Willkommen im landwirtschaftlichen Herz Venezuelas
Stand 27.08.2026
Nicht jedem Reisenden erschließt sich der Reiz dieser sonnenverbrannten Ebenen und kleinen Orte auf den ersten Blick – viele spüren vor allem die drückende Hitze und treiben zur Weiterfahrt. Doch wer sich Zeit für Abstecher abseits der Autopista nimmt, entdeckt ein ursprüngliches, weites Land mit interessanten Attraktionen. Dazu zählen die Campos de GirasolesCampos de GirasolesWer zwischen Dezember und Februar den Bundesstaat Portuguesa bereist, sollte sich das Schauspiel der blühenden Sonnenblumenfelder rund um Guanare und Turén nicht entgehen lassen. Die leuchtend gelben Blüten, die sich soweit das Auge reicht über die Landschaft der Llanos erstrecken, sind nicht nur bei Fotografen beliebt, sondern auch ein Stück lebendige Geschichte, denn die Geschichte dieser Felder ist eng mit der europäischen Einwanderung nach dem Zweiten Weltkrieg verbunden. Zwischen 1948 und 1961 wanderten allein rund 920.000 Europäer nach Venezuela aus. Viele von ihnen wurden gezielt auf dem Land angesiedelt, um die landwirtschaftlichen Anbaumethoden zu modernisieren.
Da Venezuela damals nahezu seinen gesamten Bedarf an Speiseöl importieren musste, wurden in den 1970er Jahren erste Versuche mit dem Anbau von Sonnenblumen zur Herstellung von Speiseöl unternommen. Die fruchtbaren Böden, ausreichenden Niederschläge und warmen Temperaturen in Portuguesa erwiesen sich als nahezu ideale für den Anbau, so dass sich die Region zu einem Zentrum dieser Kulturpflanze entwickelt hat.
Diese beeindruckenden Fotomotive hat seit 2023 auch der Inlandstourismus für sich entdeckt. Zur Blütezeit von Dezember bis Februar werden selbst aus Caracas Ausflüge zu den Sonnenblumenfelder rund um Turén organisiert - eine gute Gelegenheit, um Land und Leute hautnah zu erleben.
Zeitraum: Dezember bis Februar
Regionen: rund um Turén; entlang der Zufahrt zum Sanctuario de Nuestra Señora de Coromoto. (Blütezeit Dezember bis Februar), die jedes Jahr zehntausende inländische Besucher anziehen. Unterschätzen Sie jedoch nie die Kraft der Sonne: Reichlich Trinkwasser, Kopfbedeckung und Sonnenschutz (LSF 50+) sind hier Pflicht, keine Empfehlung.
Acarigua-Araure
400,000 Einwohner, 200 Meter Höhe
Die Acarigua-AraureAcarigua-Araure400.000 Einwohner, 200 Meter Höhe
Gleichwohl Acarigua nicht Hauptstadt des Bundesstaates Portuguesa ist - diese Ehre wird Guanare zuteil - bildet es zusammen mit der Nachbargemeinde Araure das bedeutendste Wirtschafts-, Industrie- und Handelszentrum der westlichen Tieflandregion Venezuelas. Mit rund 400.000 Einwohnern ist es obendrein die bevölkerungsreichste Stadt der Llanos. Acarigua-Araure bildet das Zentrum und den Entwicklungspol einer Region, die als Kornkammer Venezuelas gilt. Neben Reis werden vor allem Zuckerrohr, Mais, Sesam, Tomaten und andere Gemüse angebaut. Extensive Weidewirtschaft bildet einen weiteren Schwerpunkt der landwirtschaftlichen Aktivitäten.
Die Stadt liegt am gleichnamigen Acarigua-Fluss, dessen Namen sich aus dem indigenen Begriff akaregua, was Ort der Kaimane bedeutet, ableitet. Erste Berichte über das Gebiet finden sich in den Aufzeichnungen des deutschen Eroberers Nicolás Federmann, der am 15. Dezember 1530 auf der Suche nach der mythischen Stadt „El Dorado“ hierher gelangte. Wenig später wurden erste Plantagenbetriebe der Eroberer verzeichnet, die jedoch bis weit in das 17. Jahrhundert hinein regelmäßigen Angriffen der Kariben-Indianer ausgesetzt waren.
Nach einer Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs im 18. Jahrhundert führten im 19. Jahrhundert der Unabhängigkeitskrieg und die aufeinander folgenden Bürgerkriege zur Verwüstung der Region und der Stadt. Erst unter der Präsidentschaft von Antonio Guzmán Blanco ab 1877 erhielt Acarigua eine moderne öffentliche Infrastruktur. Durch den Nationalen Reisplan von 1949 und die damit verbundene Schaffung der „Unidad Agrícola de Turén“ wurde Acarigua - neben Puerto Ordáz - zur am schnellsten wachsenden Stadt des Landes. ist zwar nicht die Hauptstadt Portuguesas, aber unbestritten das Wirtschaftszentrum und Herz der venezolanischen Kornkammer. Sie präsentiert sich modern und sympathisch und bietet in ihrem Umland einige interessante Sehenswürdigkeiten.
Im Zentrum von Araure beeindruckt die altehrwürdige Iglesia Nuestra Señora del PilarIglesia Nuestra Señora del PilarDie wunderschöne Kolonialkirche Nuestra Señora del Pilar ist das bedeutendste historische Zeugnis der gesamten Region rund um Araure. Sie zählt zu den wenigen erhaltenen Bauwerken aus dem 18. Jahrhundert und ihr Bau zog sich über vierzig Jahre hin. Heute steht sie als Nationales Historisches Denkmal unter Schutz und ist ein beeindruckendes Zeugnis der Kolonialzeit.
Besonders beeindruckend ist die authentische Architektur: Lehmwände, Holzdächer, ein historischer Glockenturm, eine Kanzel, der Chor und ein mit goldenen Blattverzierungen geschmückter Hauptaltar versetzen Besucher in eine längst vergangene Epoche. Die Fassade ist einzigartig - es gibt nur drei ähnliche in ganz Venezuela. Ein wahrhaft historisches Juwel.
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Adresse: Calle 5 con Avenida 23, Araure, Portuguesa., während wenige hundert Meter westlich der Plaza Bolívar von Acarigua das Museo de Arte Acarigua Araure (MAAA)Museo de Arte Acarigua Araure (MAAA)Das MAAA wurde 1989 auf Initiative des örtlichen Club Paéz gegründet. Es befindet sich in einem modernistischen Gebäude aus dem Jahr 1955 und versteht sich als Pilot-Museum für die Region der Llanos.
Gezeigt werden wechselnde Ausstellungen zur Kultur der Llanos. Daneben dient das Museum als Veranstaltungsort für Theater-, Musik- und Tanzaufführungen sowie Lesungen.
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Adresse: Avenida 15 entre 13 de junio y 5 de diciembre, Acarigua, Portuguesa. mit wechselnden Ausstellungen zur Kultur der Llanos lockt. Etwas südlich erhebt sich am Kreisverkehr das monumentale La EspigaLa EspigaWie es sich für die Kornkammer des Landes gehört, wurde hier der Ähre ein Denkmal gesetzt. Die monumentale Betonskulptur aus dem Jahr 1980 sollte ursprünglich 70 Meter hoch werden und damit sogar die Freiheitsstatue in New York übertrumpfen. Letztlich sind es „nur“ 40 Meter geworden, womit es immerhin noch zu den höchsten Skulpturen des Landes zählt.
La Espiga.
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Adresse: Troncal 5 con Avenida 13 e junio, Araure, Portuguesa. – eine Ähre aus Beton, die an die landwirtschaftliche Prägung der Region erinnert. Knapp zwei Kilometer südöstlich des Stadtrands liegt im Parque CurpaParque CurpaZehn Minuten vom Zentrum Acariguas nach Osten liegt der Curpa-Park, in dem sich das Geburtshaus von General José Antonio Páez, dem Helden des venezolanischen Unabhängigkeitskrieges, befindet. Inmitten des 70 Hektar großen Geländes befindet sich das Geburtshaus des Generals, in dem zahlreiche Gegenstände und Dokumente von Páez zu sehen sind. Auf einem riesigen Wandgemälde werden Szenen aus dem Leben Paez´ dargestellt.
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Adresse: Via a Payara, Acarigua, Portuguesa. das Geburtshaus von José Antonio PáezJosé Antonio PáezJosé Antonio Páez (1790-1873) ist einer der bedeutendsten Militärführer und Politiker Venezuelas. Geboren in Curpa bei Acarigua im heutigen Bundesstaat Portuguesa, stammte er aus einfachen Verhältnissen und arbeitete als Viehhirte, bevor er sich 1810 den Unabhängigkeitstruppen anschloss.
Als charismatischer Anführer der Llaneros - der berittenen Hirten der weiten Ebenen - erwarb er sich den Beinamen El Centauro de los Llanos. Mit seiner Kavallerie entschied er maßgeblich die Schlacht von Carabobo (1821), die den spanischen Widerstand in Venezuela brach. Simón Bolívar beförderte ihn noch auf dem Schlachtfeld zum Oberbefehlshaber.
Doch während Bolívar von einer geeinten Nation Gran Colombia träumte, strebte Páez nach Eigenständigkeit für Venezuela. 1826 löste eine Anklage gegen ihn, die so genannte La Cosiata, eine Krise aus, die schließlich 1829/30 zur Loslösung Venezuelas von der Union führte. Páez wurde 1830 erster Präsident des neuen Staates und regierte - mit Unterbrechungen - bis 1843. Später, im Bürgerkrieg der 1860er-Jahre, übernahm er noch einmal diktatorische Vollmachten, scheiterte jedoch und ging ins Exil nach New York, wo er 1873 starb. 1888 wurden seine Gebeine ins venezolanische Pantheon überführt.
Für Reisende in Portuguesa ist Páez mehr als eine historische Figur - er ist der Sohn dieser Region. Seine Lebensgeschichte zeigt, wie aus den weiten, sonnenverbrannten Ebenen ein Mann hervorging, der die Geschicke eines ganzen Landes prägte. Acarigua, heute eine geschäftige Stadt, bewahrt die Erinnerung an diesen ungewöhnlichen Aufstieg vom Viehhirten zum Staatslenker., dem ersten Staatspräsidenten Venezuelas.
Reisepraktische Infos
An- und Abreise
Fernbus: Der Busbahnhof „Terminal de Pasajeros de Acarigua-Araure” liegt zweihundert Meter südlich des Einkaufszentrums Llano Mall. Es gibt täglich mehrere Verbindungen nach Caracas (4 – 5 Stunden), Maracaibo (6,5 – 7,5 Stunden), Valencia (2 Stunden), Barquisimeto (1,5 – 2 Stunden), Barinas (3 Stunden) und San Cristóbal (8 Stunden).
Auf der Straße: Acarigua-Araure liegt an der Troncal 5 (Autopista José Antonio Páez), die Barquisimeto im Bundesstaat Lara mit San Cristobal in Táchira verbindet und bis Barinas als Autobahn ausgebaut ist. Die Verbindung nach Valencia ist bis San Carlos als Autobahn ausgebaut, ab dort führt eine gut ausgebaute Landstraße über das Campo Carabobo nach Valencia.
Unterkünfte
Entlang der Fernstraßen aber auch im Stadtzentrum gibt es eine große Auswahl an Unterkünften verschiedenster Kategorien. Unsere Empfehlung:
Praktisch gelegen, mit Pool und Restaurant, nicht nur für die Hotel GEO InnHotel GEO InnStrategisch günstig am Ortseingang aus Richtung Barquisimeto kommend gelegen bietet das Eco Inn geräumige Zimmer, einen Pool und ein Restaurant mit italienischer Küche.
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Adresse: Avenida Vencedores de Araure, entrada a autopista General Paéz, salida a Barquisimeto, Araure, Portuguesa.
Preise: €€-€€€ .
Essen und Trinken
Die Küche der Llanos ist von (Rind-) Fleisch, Käse und der allgegenwärtigen CachapaCachapaDie Cachapa ist einer der beliebtesten Straßensnacks Venezuelas und in allen Regionen des Landes zu finden, besonders aber in den Llanos. Im Gegensatz zur Arepa, die aus Maismehl hergestellt wird, besteht die Cachapa aus frischem, jungen Mais - auch Jojoto genannt -, was ihr eine natürliche Süße und eine weiche, leicht stückige Textur verleiht. Der Teig wird auf einer heißen Eisenplatte, dem Budare, goldgelb gebacken und anschließend gefaltet mit einer großzügigen Portion weißem, weichem Käse gefüllt, der durch die Hitze cremig schmilzt. Häufig wird sie zusätzlich mit einem Stück Butter serviert. Die Cachapa kann pur, als Beilage oder mit herzhaften Füllungen wie Carne mechada (fasriges Rindfleisch) oder knusprigem Chicharrón genossen werden. Sie wurde 2019 zum immateriellen Kulturerbe Venezuelas erklärt. Dazu passt eine frisch zubereitete Papelón con Limón - ein erfrischendes Zuckerrohrgetränk mit Zitrone.
Rezept für Cachapa
Zutaten für etwa 6-8 kleine Cachapas: 400 g frische Maiskörner (alternativ Dose, abgetropft); 100 ml Milch; 1 Ei; 1 EL Zucker; 1 Prise Salz; 2 EL Maismehl (optional, für festeren Teig); 200 g weißer, weicher Käse (z. B. Queso de mano oder Mozzarella); Butter zum Einfetten
Zubereitung: 1.) Die frischen Maiskörner mit Milch, Ei, Zucker und Salz in einem Mixer oder einer Küchenmaschine grob pürieren - die Masse sollte leicht stückig bleiben, nicht völlig glatt. Bei Bedarf das Maismehl unterrühren, bis ein dickflüssiger Teig entsteht. 2.) Eine schwere Pfanne oder Grillplatte bei mittlerer Hitze mit etwas Butter einfetten. Für jede Cachapa etwa eine Kelle Teig in die Pfanne geben und zu einem flachen, runden Pfannkuchen von etwa 1 cm Dicke verstreichen. 3.) Jede Seite 3-4 Minuten backen, bis sie goldbraun und an den Rändern leicht knusprig ist. Die Cachapa sollte innen weich und saftig bleiben. 4.) Den weichen Käse in Scheiben oder Streifen schneiden. Die fertige Cachapa vom Herd nehmen, den Käse in die Mitte legen, die Hälfte darüber klappen und kurz ruhen lassen, bis der Käse schmilzt. Sofort servieren - am besten mit einem Stück Butter obendrauf. geprägt. Unsere Empfehlungen:
Essen
Das Linda BarinasLinda BarinasDieses Grillrestaurant gilt als Botschafterin der Llanero-Kultur. An den Wochenenden sorgt häufiger Livemusik für eine lebendige Atmosphäre. Der Service wird durchgehend als hervorragend beschrieben, und kulinarisch dreht sich alles um gegrillte und auf den Punkt gegarte Fleischstücke.
Authentische Küche zu erschwinglichen Preisen, sehr zu empfehlen.
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Adresse: Avenida Rotaria con avenida 21, Acarigua, Portuguesa.
Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags, ab 11 Uhr
Preise: €€ ist ein für die Region typisches Grillrestaurant.
Typische Kost serviert ebenfalls das kleine Palma CachorraPalma CachorraWas einst als kleiner Verkauf an der Straße begann, um die Behandlung der kranken Tochter der Eigentümer zu finanzieren, hat sich zu einem wunderbaren Restaurant unter Mangobäumen entwickelt, in dem mit viel Hingabe gekocht wird.
Frische Zutaten und großzügige Portionen - ein Muss in den Llanos - überzeugen die Kundschaft. Zum Grillfleisch - sehr gelobt werden die geräucherten Rippchen - gibt es gedämpfte Yuca (Maniok) und eiskalte, erfrischende Getränke.
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Adresse: Avenida 32 entre calle 34 y 35, Acarigua, Portuguesa.
Öffnungszeiten: täglich 11 bis 23 Uhr
Preise: €-€€ .
Hausgemachte Burger im hausgemachten Briochebrot, dazu frisch gepresste Säfte und Limonaden gibt es bei La 316 BurgerLa 316 BurgerHier kommen Burger im Brioche-Brot - beides hausgemacht - mit allem was dazu gehört auf den Tisch. Dazu gibt es frisch gepresste Säfte und Limonaden, auch die Desserts werden gelobt.
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Adresse: Avenida Los Malavares, Centro Comercial Las Villas, Nivel PB, Local 10, Araure, Portuguesa.
Öffnungszeiten: montags bis sonntags 9 bis 22 Uhr
Preise: €-€€
Arabische Küche in modernem Ambiente bietet das BarakasBarakasBeim Barakas stehen arabische Spezialitäten, wie Mezze, Salate, Falafel und Shawarmas, auf der Karte. Die Küche wird allgemein gelobt, das Ambiente ist modern, die Preise sind moderat.
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Adresse: Avenida Los Malavares, Centro Comercial Las Villas, Nivel PB, Local 1, Araure, Portuguesa.
Öffnungszeiten: montags bis sonntags 11 bis 22 Uhr
Preise: €-€€ .
Das India Verana AsadorIndia Verana AsadorIm historischen Zentrum von Araure, in einem über 300 Jahre alten Haus, liegt dieses außergewöhnliche Restaurant. Man kann drinnen oder draußen, in einem wunderschönen Innenhof sitzen und sich kulinarisch verwöhnen lassen.
Kreativer Kopf ist Chef Óscar Rodríguez, der auf 27 Jahre Erfahrung zurückblickt. Er begeistert mit traditionellen Fleischgerichten ebenso wie mit Spezialitäten wie dem cremigen Asopado de Mariscos, ein cremiger Reis-Eintopf mit Fischfond, Langustinen-Brisqué und einer Mischung aus Meeresfrüchten, oder einem innovativen Pastel de Cachapa, ein Maispfannkuchen serviert mit Sahnespiegel, Käse und confiertem Schweinefleisch. Besonders die legendären Desserts, allen voran das perfekte Mango-Gelee und die gegrillte Ananas mit Vanilleeis, sind unbedingt probierenswert.
Eine absolute Empfehlung für alle, die Wert auf gute und authentische Gastronomie mit regionalem Bezug legen.
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Adresse: Calle 3 entre avenida 24 y 25, Araure, Portuguesa.
Öffnungszeiten: täglich 12 bis 23:30 Uhr
Preise: €€-€€€ ist für seine modernen Interpretationen regionaler Spezialitäten bekannt.
Zwischendurch
Im Amanecer Coffee ExperienceAmanecer Coffee ExperienceModerner Kaffeeladen des bekannten Kaffeerösters Amanecer. Es gibt eine breite Auswahl verschiedenster Kaffeegetränke, frisch gepresste Säfte und eine sehr große Auswahl süßer wie herzhafter Kleinigkeiten. Es versteht sich, dass der Kaffee aus Venezuela stammt.
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Adresse: Centro Comercial Plaza Mayor, Araure, Portuguesa.
Öffnungszeiten: täglich 7 bis 23 Uhr
Preise: €€ bietet eine breite Auswahl venezolanischer Kaffees und anderer Getränke, Häppchen für den kleinen Hunger.
Selbst gebackenes Brot und vegetarische Sandwiches bietet die Green LoungeGreen LoungeDieses kleine vegetarisch-vegane Restaurant wird seit über 20 Jahren von der taiwanesisch-stämmigen Familie Huang betrieben. Auf der Speisekarte stehen leckere Sandwiches, Salate, herzhafte und süße Crêpes und vegetarische Burger. Das Brot kommt aus der eigenen Bäckerei und wird mit Sauerteig hergestellt.
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Adresse: Avenida 13 de junio entre avenida 33 y 34, Araure, Portuguesa.
Preise: €€
Einkaufen
Im Einkaufszentrum Llano Mall finden regelmäßig Ausstellungen lokaler Kunsthandwerker statt – mit handgefertigten Stücken aus Leder, Holz, Metall und Edelsteinen sowie Malerei und Skulpturen zu moderaten Preisen. Darüber hinaus bietet das Center das übliche Shopping-Angebot, Gastronomie und Unterhaltung.
Ein besonderer Tipp ist sind die handwerklich hergestellten Pralinen und Schokoladen von Violet ChocolatesViolet ChocolatesBei Violeta werden aus regionalem Kakao mit viel Liebe zum Detail feine Schokoladen und Pralinen hergestellt. Die cremige Ziegenmilch-Schokolade ist ein echter Bestseller, und die Kombination aus Mango und Schokolade sorgt für eine fruchtig-exotische Überraschung. Es gibt Pralinen mit Salzkaramell, Maracuja, Kokos oder roten Beeren. Auch die Verbindung von Kakao mit Kurkuma - einem „Superfood“ - begeistert die Kundschaft. Von der Bohne bis zur Tafel alles handgemacht und mit Leidenschaft gefertigt.
Übrigens: Der wissenschaftliche Name von Kakao lautet Theobroma cacao und bedeutet wörtlich übersetzt „Speise der Götter“.
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Adresse: Urbanisación La Hacienda, Calle 1, Casa 13, Araure, Portuguesa.
Öffnungszeiten: montags bis freitags, 8 bis 17 Uhr. .
Ausflüge in die Umgebung
Nur wenige Kilometer nordöstlich von Araure, direkt an der Autopista in Richtung San Carlos, liegt der Parque Recreacional Los ArroyosParque Recreacional Los ArroyosKnapp zehn Kilometer nordöstlich von Araure, in der Ortschaft Agua Blanca, liegt unmittelbar an der Troncal 5 dieses Freizeitzentrum mit dem größten natürlichen Freibad Lateinamerikas, kleinen Wasserfällen und Höhlen. Auf dem 32 Hektar großen Gelände gibt es Wanderwege einen Kletter- und Abseilpark sowie weitere Sportangebote. Geht man ein paar hundert Meter weit ins Gelände hinein, findet sich meist ein ruhiges, schattiges Plätzchen.
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Adresse: Agua Blanca, Autopista Los Llanos, via Araure - San Carlos, Portuguesa. – das größte natürliche Freibad Südamerikas.
Westlich der Stadt, in den sanften Hügeln, wartet die anspruchsvolle Wanderung zu den 7 Cascadas de Camburito7 Cascadas de CamburitoWenige Kilometer nordwestlich von Araure, von dem Weiler Camburito aus, kann man eine landschaftlich schöne, aber anspruchsvolle Wanderung zu den 7 Kaskaden unternehmen. Bereits nach einer halben Stunde erreicht man den ersten der sieben Wasserfälle, die direkt übereinander liegen. Trittsicherheit, rutschfeste Schuhe und vor allem keine Höhenangst sollte man haben. An den einzelnen Wasserbecken tummeln sich unzählige bunt-schillernde Schmetterlinge. Es empfiehlt sich, einen ortskundigen Führer zu engagieren.
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Adresse: Caserio (= Weiler) Camburito, Araure, Portuguesa.. Der Weg führt entlang eines kühlen Flusses, der an mehreren Stellen zum Baden einlädt. In unmittelbarer Nähe befindet sich zudem die El Establo EcuestreEl Establo EcuestreDiese Pferderanch bietet Reitsportmöglichkeiten für Jung und Alt. Das regelmäßige Programm umfasst Reitstunden für Anfänger wie Fortgeschrittene, Gruppen- und Einzelwettkämpfe, Rodeos sowie die beliebte Yoga-Einheit mit Pferden.
Ein besonderer Höhepunkt sind die Cabalgatas (= geführten Ausritte) an Wochenenden und Feiertagen, bei denen man gemeinsam in einer kleinen Gruppe die atemberaubende Schönheit der Landschaft erkunden kann.
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Adresse: Centro Ecuestre El Establo, Via a Camburito, Araure, Portuguesa. . Wer die Hügel weiter hinaufsteigt, gelangt zur Hacienda Las TaparasHacienda Las TaparasWestlich von Araure, eingebettet in die sanften Berghänge des Río-Guache-Tals, liegt die Hacienda Las Taparas - eine einfache, familiengeführte Kaffeefinca. Hier gedeiht Robusta-Kaffee (Canephora) bester Qualität, dessen kräftiger, leicht herber Geschmack vor allem Liebhaber intensiver Röstungen begeistert. Mit etwa der doppelten Koffeinmenge im Vergleich zur Arabica-Bohne ist Robusta-Kaffee ein echter Muntermacher.
Ein Besuch lohnt sich besonders zur Zeit der Kaffeeblüte im April und Mai, wenn ein betörender Vanilleduft über den Plantagen hängt, oder ab November und Dezember, wenn die Erntezeit beginnt. Der Betrieb lebt von harter Arbeit und der Leidenschaft für exzellenten Kaffee. Ein lohnendes Ziel für alle, die echten venezolanischen Kaffeegenuss erleben möchten.
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Adresse: Hacienda Las Taparas, Guache de Garabote, Portuguesa. , wo Robusta-Kaffee bester Qualität angebaut wird.
Nordwestlich von Araure, auf der Troncal 5 in Richtung Barquisimeto, locken Los Jacuzzis de la LuciaLos Jacuzzis de la LuciaEtwa zehn Kilometer von Acarigua in Richtung Barquisimeto befindet sich diese wild-romantische Badestelle im Rio Auro. Der sechs Kilometer lange Weg ist teilweise steil und anspruchsvoll, doch es soll sich lohnen. Den Wanderer erwarten Kaskaden und natürliche Badestellen im erfrischenden Gebirgsfluss.
Noch mit dem Fahrzeug erreichbar ist „El Rincón del Senderista“, deren Suppen in den höchsten Tönen gelobt werden.
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Adresse: Troncal 4 a Barquisimeto, Los Jacuzzis, Portuguesa. – kleine Wasserfälle mit traumhaften Badestellen. Zur Einkehr vor oder nach einer Wanderung bietet sich El Rincón del SenderistaEl Rincón del SenderistaDieses schön in der Natur gelegene, einfache Restaurant wird für seine Suppen und Eintöpfe in den höchsten Tönen gelobt. Es liegt wenige Meter abseits der Troncal 4, die nach Barquisimeto führt.
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Adresse: La Lucia, Entrada a los Yacuzis, Troncal 4 a Barquisimeto, Portuguesa.
Preise: € an. Weiter entlang derselben Straße gelangt man zu den Destilerias Unidas S.A.Destilerias Unidas S.A.In der kleinen Ortschaft La Miel, etwa zwanzig Kilometer nördlich von Acarigua in Richtung Barquisimeto gelegen, wird einer der besten Rums der Welt produziert: Rón Diplomático. Bei der Herstellung werden ehemalige Whiskey-Fässer aus weißer Eiche verwendet, das Ergebnis ist ein traditioneller Rum mit schweren und warmen Tönen. Bei internationalen Wettbewerben gewinnt der Diplomático, der als Reserva Exclusiva (12 Jahre Durchschnittsalter), Reserva (8 Jahre) und Añejo (7 Jahre) angeboten wird, regelmäßig Goldmedaillen.
In Deutschland wird Ron Diplomático unter dem Namen Botucal vertrieben. Hintergrund ist ein Markenschreit mit dem Discounter Aldi, der einen Billig-Weinbrand namens Diplomat im Sortiment hat. Aldi zog gegen den Diplomático der Destilerias Unidas zu Felde und gewann den Markenstreit. Fortan heißt Diplómatico in Deutschland Botucal, der Name leitet sich von der Hacienda, auf der er produziert ab, und heißt so viel wie Grüner Hügel.
Die Destilerias Unidas stellen die ebenfalls sehr ordentlichen Rumsorten Cacique und Pampero her.
Eine Besichtigung der Produktionsanlagen ist möglich und man soll im dortigen Restaurant auch ganz ordentlich speisen können.
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Adresse: Carretera Barquisimeto Acarigua, km 44, La Miel, Lara.
Öffnungszeiten: montags bis freitags, 8 bis 15:30 Uhr. , wo der berühmte Ron DiplomáticoRon DiplomáticoHinter diesem Namen verbirgt sich einer der bekanntesten Premium-Rums der Welt: Ron Diplomático. Während die Marke international unter dem Namen Diplomático firmiert, wird sie in Deutschland aus markenrechtlichen Gründen als Botucal vertrieben, denn der Name Diplomático war bereits für einen Cognac des Discounters Aldi vergeben und somit geschützt. Der Name Botucal leitet sich von der Region ab, aus der das verwendete Zuckerrohr stammt, und bedeutet so viel wie grüner Hügel - an der herausragenden Qualität hat die Umbenennung nichts geändert.
Das Sortiment von Ron Diplómatico / Botucal ist vielfältig und in mehrere Linien gegliedert. Flaggschiff ist die Reserva Exclusiva, ein Blend aus bis zu zwölf Jahre in kleinen Eichenfässern gereiften Destillaten mit Aromen von Karamell, Vanille, Schokolade und Pflaumenmarmelade. Die Tradition Range umfasst außerdem den weißen Planas und den vollmundigen Mantuano.
Eine Prestige Range bietet limitierte Abfüllungen wie den Single Vintage, ein Blend aus Destillaten eines einzigen Jahrgangs mit Noten von dunkler Schokolade und Trockenfrüchten, und als Krönung den Ambassador, der nach der Bourbon-Fassreifung zusätzlich in Pedro-Ximénez-Sherryfässern veredelt wird.
Die Qualität der Rums von Diplómatico / Botucal wird durch zahlreiche internationale Auszeichnungen belegt. Der Reserva Exclusiva gewann Goldmedaillen beim International Sugar Cane Spirits, beim UK Rumfest in London, beim Rum XP in Miami - wo er 2012 zusätzlich als Best in Class ausgezeichnet wurde - sowie bereits 1996 beim St. John´s International Rum Festival in Kanada. Der Rum Howler vergab für den Reserva Exclusiva zudem herausragende 97 Punkte. Was die meisten Käufer in Deutschland nicht wissen: Sie genießen hier einen der weltweit am höchsten prämierten Rums - nur unter anderem Namen. produziert wird.
Turén
56.200 Einwohner, 90 Meter Höhe
Gut eine Stunde östlich von Acarigua-Araure liegt TurénTurén56.200 Einwohner, 90 Meter Höhe
Die Region um Turén ist das Herz der venezolanischen Agrarwirtschaft. Dank des flachen Geländes und des tropischen Klimas mit Durchschnittstemperaturen um 27 °C gedeihen hier Reis, Baumwolle, Sesam, Mais, Sorghum und Zuckerrohr. Besonders beeindruckend sind die Sonnenblumenfelder, die von Dezember bis Februar in voller Blüte stehen - ein leuchtend gelbes Meer, das Besucher aus dem ganzen Land anlockt.
Ein prägendes Kapitel der jüngeren Geschichte ist die Colonia Agrícola de Turén: In den 1940er und 1950er Jahren brachte dieses agro-industrielle Siedlungsprojekt Tausende europäische Einwanderer - vor allem Italiener und Deutschstämmige aus Rumänien - in die Region. Sie kamen, um den Schrecken und der Not der Nachkriegszeit zu entfliehen und fanden hier auf den fruchtbaren Böden eine neue Heimat. Ihre Nachkommen bewirtschaften noch heute dieselben Felder.
Bis heute spiegeln sich in der lokalen Kultur diese europäischen Wurzeln wider: Familiennamen und Architektur erinnern an Italien und Deutschland, und kulinarisch begeistern selbstgemachte Pasta und Käsespezialitäten. Wer die Region besucht, taucht nicht nur in eine faszinierende Landschaft ein, sondern auch in eine bewegende Geschichte von Aufbruch, Neuanfang und gelebter Tradition. – ein Ort, der auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, bei näherem Hinsehen jedoch Geschichten von ganz eigenem Gewicht erzählt. Wer die Zeit für einen Abstecher findet, wird mit einem Stück lebendiger Siedlungsgeschichte belohnt. Denn seit etwa 1840, in den ersten Jahrzehnten nach der Unabhängigkeit, wurden europäische Siedler – vor allem aus Deutschland und Italien – in dieses fruchtbare Land gelockt, um die Region landwirtschaftlich zu erschließen. Bis heute zeugt davon die ursprünglich deutsche Iglesia Evangélica Luterana de TurénIglesia Evangélica Luterana de TurénMitten in der Colonia Agricola de Turén steht ein kleines Stück europäischer Geschichte: die Evangelisch-Lutherische Kirche. Sie ist die einzige lutherische Gemeinde der Region und ein lebendiges Zeugnis der deutschen Siedlungsgeschichte. Sie gehört zur Iglesia Luterana de Venezuela (ILV) und ist fest im Dorfleben verankert. Ihre Gottesdienste finden jeden dritten Sonntag im Monat um 10:00 Uhr statt - eine feste Routine, die Einheimische und Nachfahren der europäischen Siedler gleichermaßen zusammenbringt. Neben den Gottesdiensten pflegt die Kirche soziale Aktivitäten wie das alljährliche Almuerzo Navideño (Weihnachtsessen).
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Adresse: Calle 6 N° 88, Colonia Turén, Portuguesa. , ein stilles Zeugnis dieser oft vergessenen Einwanderungsepoche der Colonia Agricola de TurénColonia Agricola de TurénNach dem Unabhängigkeitskrieg gegen Spanien und der Loslösung von Großkolumbien fehlten in Venezuela dringend Arbeitskräfte, um die landwirtschaftliche Produktion anzukurbeln und die Grenzen abzusichern. Ab den 1840er Jahren warb man deshalb gezielt europäische Siedler an. So entstand 1843 bei Caracas die Colonia Tovar, 1849 folgte die Colonia Turén - beide mit deutschen Siedlern.
Rund hundert Jahre später gewann das Projekt neue Dynamik: Europa lag nach dem Zweiten Weltkrieg in Trümmern, während Venezuela im Zuge des Erdölbooms dringend qualifizierte Arbeitskräfte benötigte. Die Regierung unter dem Diktator Pérez Jiménez setzte auf eine Politik der offenen Grenzen und gezielter Anwerbung von Europäern, um die Landwirtschaft zu modernisieren.
1952 traf das erste große Kontingent italienischer Familien ein, später folgten deutsche Siedler aus Rumänien. Jede Familie erhielt 24 Hektar Land, ein Haus, Maschinen und Kredite. Die Kolonie entwickelte sich rasch zum bedeutenden Produzenten von Reis, Sisal, Sesam und Bananen und verfügte über eine moderne Rinderzucht. In den 1960er und 1970er Jahren erlebte sie ihre wirtschaftliche Blüte und erzeugte zeitweise ein Drittel der landwirtschaftlichen Produktion des gesamten Bundesstaates Portuguesa.. Vielerorts gibt es PetroglyphenPetroglyphenDie Region der venezolanischen Llanos, zu der auch der Bundesstaat Portuguesa gehört, war bereits in präkolumbianischer Zeit besiedelt. Die ältesten bekannten menschlichen Spuren in den Ebenen von Portuguesa und Barinas datieren auf etwa 300 bis 600 v. Chr.
Diese frühen Bewohner hinterließen zahlreiche Petroglyphen - Felsgravuren mit geometrischen, anthropomorphen (menschenähnlichen) und zoomorphen (tierähnlichen) Motiven. Die Region zeichnet sich durch eine beachtliche Konzentration dieser Felszeichnungen aus, die im gesamten Llanos-Vorland der Bundesstaaten Cojedes, Portuguesa und Barinas zu finden sind. Sie gelten als fundamentale Zeugnisse der indigenen Ethnien, die das Gebiet bewohnten.
Neben den Felsgravuren errichteten die präkolumbischen Kulturen ein komplexes Netzwerk aus Dämmen und Wegen zur Bewässerung und Kontrolle des Wassers sowie Erdhügel, die möglicherweise als Überwachungsposten, Begräbnisstätten oder Zufluchtsorte bei Überschwemmungen dienten. Diese Hinterlassenschaften sind Teil eines größeren archäologischen Kontextes, der die frühe Besiedlungsgeschichte der Llanos eindrucksvoll belegt., als Zeugnisse einer noch viel älteren Besiedelung. Entlang der Flüsse, den ehemaligen Hauptverkehrsadern, finden sich vereinzelt Überbleibsel aus der Zeit der Binnenschifffahrt auf den Rutas fluvialesRutas fluvialesDie Erschließung der Llanos war untrennbar mit der Schiffbarmachung ihrer großen Flüsse verbunden. Über das weit verzweigte Wassernetz gelangten Waren aus den Anden und den Llanos - Kaffee, Tabak, Häute und Federn - zu den Exporthäfen am Orinoco wie Angostura (heute Ciudad Bolívar) oder Puerto de Tablas (heute San Félix). Ab etwa 1830 intensivierte sich die Nutzung der Orinoco-Nebenflüsse. Der Río Apure und sein Zufluss Río Portuguesa entwickelten sich zur Lebensader der Region und verbanden das agrarische Hinterland mit den internationalen Schifffahrtswegen. Transportiert wurde zunächst mit Bongos und flachen Lanchas, die für die oft seichten Flüsse ideal waren.
Der Einsatz von Dampfschiffen ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts löste eine regelrechte Mobilitäts-Revolution aus. Am 27. Juni 1884 traf das Dampfschiff „Apure' aus Trinidad ein, das speziell für die Navigation auf dem Río Apure gebaut worden war. Das beeindruckende Schiff besaß einen Stahlrumpf, 250 Tonnen Tragfähigkeit, ein Heckrad, eine 150 PS starke Dampfmaschine und erreichte 12 Meilen pro Stunde. Es diente gleichermaßen dem Warentransport wie dem Personenverkehr. Die Bedeutung des Flusshandels lässt sich daran ablesen, dass 1858 in Puerto Nutrias im benachbarten Bundesstaat Barinas neun ausländische Konsulate ansässig waren - ein eindrucksvolles Zeugnis für die wirtschaftliche Dynamik dieser Wasserstraßen.
Bis weit in die dritte Dekade des 20. Jahrhunderts hinein waren die Flüsse der Llanos die unangefochtenen Verkehrswege der Region und prägten eine ganze Ära des Handels und der Mobilität. Doch mit dem Aufkommen des Straßenverkehrs gerieten die Wasserwege zunehmend in Vergessenheit. Die fehlende Instandhaltung, allen voran das Ausbleiben regelmäßiger Ausbaggerungen, führte zur fortschreitenden Versandung der Fahrrinnen. So verschwanden die großen Dampfschiffe nach und nach, bis die Flüsse für die kommerzielle Schifffahrt letztlich unpassierbar wurden - das leise Ende einer glanzvollen Epoche.
Noch heute zeugen große, alte Eisenketten von jener längst vergangenen Zeit. Unter den Namen 'Las Cadenas de El Baúl' oder 'Las Cadenas del Socorro' bekannt, ranken sich um sie unterschiedliche Erzählungen: Die offizielle Version besagt, dass sie um 1936 zum Roden von Buschland hierhergebracht wurden. Doch viele Einheimische sind fest davon überzeugt, dass es sich in Wahrheit um Ankerketten der Dampfschiffe handelt - und damit um letzte Zeugen einer Ära, in der die Flüsse die Straßen der Llanos waren.. Wer sich hier auf Spurensuche begeben möchte, kann sich an Mauricio KnobelsdorfMauricio KnobelsdorfDer deutsch-polnisch-stämmige Mauricio Knobelsdorf ist bestens in der Geschichte Turéns bewandert. wenden.
Doch Turén birgt auch dunkle Erinnerungen: 1952 ereignete sich hier das Massacre de Turén, eines der grausamsten Kapitel der Militärdiktatur von Marcos Pérez JiménezMarcos Pérez JiménezMarcos Evangelista Pérez Jiménez (1914-2001) war ein venezolanischer Militär und von 1952 bis 1958 Diktator des Landes. Der im Grenzstaat Táchira geborene Absolvent der Militärakademie beteiligte sich 1945 und 1948 an Staatsstreichen und gehörte nach dem zweiten Putsch der regierenden Militärjunta an. Die Junta rief für 1952 Wahlen aus. Als erste Ergebnisse einen Sieg der Opposition zeigten, brach die Junta die Auszählung ab und erklärte sich selbst zum Sieger. Am 2. Dezember 1952 wurde Pérez Jiménez provisorischer Präsident, im April 1953 formell zum Präsidenten gewählt - eine Verfassung gab ihm diktatorische Vollmachten.
Seine Regierungszeit war zwiespältig: Mit Einnahmen aus dem Ölgeschäft startete er ein ambitioniertes Infrastrukturprogramm - Autobahnen, Brücken, Staudämme, öffentliche Gebäude und der Bau des berühmten Humboldt-Hotels in Caracas entstanden in dieser Zeit. Die Wirtschaft entwickelte sich rasch, und Venezuela erlebte eine Modernisierungswelle.
Doch die Kehrseite war die brutale Unterdrückung der Opposition. Seine Geheimpolizei Dirección de Seguridad Nacional verfolgte Kritiker, politische Parteien wurden verboten, die Universität geschlossen und die Presse zum Schweigen gebracht. Pérez Jiménez und seine Gefolgsleute bereicherten sich an den öffentlichen Bauprojekten.
Massive Proteste und der Widerstand von Kirche, Arbeitern und Teilen des Militärs führten am 23. Januar 1958 zu seinem Sturz. Er floh in die USA, wurde 1963 nach Venezuela ausgeliefert und wegen Veruntreuung zu vier Jahren Haft verurteilt. Nach seiner Freilassung 1968 lebte er im Exil in Spanien, wo er 2001 starb. – ein Ort des Gedenkens, der die Schattenseiten venezolanischer Geschichte nicht vergessen lässt.
Ganz anders der Zauber, der alljährlich zwischen Dezember und Februar Tausende von inländischen Besuchern anzieht: Dann verwandeln die Campos de GirasolesCampos de GirasolesWer zwischen Dezember und Februar den Bundesstaat Portuguesa bereist, sollte sich das Schauspiel der blühenden Sonnenblumenfelder rund um Guanare und Turén nicht entgehen lassen. Die leuchtend gelben Blüten, die sich soweit das Auge reicht über die Landschaft der Llanos erstrecken, sind nicht nur bei Fotografen beliebt, sondern auch ein Stück lebendige Geschichte, denn die Geschichte dieser Felder ist eng mit der europäischen Einwanderung nach dem Zweiten Weltkrieg verbunden. Zwischen 1948 und 1961 wanderten allein rund 920.000 Europäer nach Venezuela aus. Viele von ihnen wurden gezielt auf dem Land angesiedelt, um die landwirtschaftlichen Anbaumethoden zu modernisieren.
Da Venezuela damals nahezu seinen gesamten Bedarf an Speiseöl importieren musste, wurden in den 1970er Jahren erste Versuche mit dem Anbau von Sonnenblumen zur Herstellung von Speiseöl unternommen. Die fruchtbaren Böden, ausreichenden Niederschläge und warmen Temperaturen in Portuguesa erwiesen sich als nahezu ideale für den Anbau, so dass sich die Region zu einem Zentrum dieser Kulturpflanze entwickelt hat.
Diese beeindruckenden Fotomotive hat seit 2023 auch der Inlandstourismus für sich entdeckt. Zur Blütezeit von Dezember bis Februar werden selbst aus Caracas Ausflüge zu den Sonnenblumenfelder rund um Turén organisiert - eine gute Gelegenheit, um Land und Leute hautnah zu erleben.
Zeitraum: Dezember bis Februar
Regionen: rund um Turén; entlang der Zufahrt zum Sanctuario de Nuestra Señora de Coromoto. die Felder rund um Turén in ein leuchtend gelbes Blütenmeer – ein Naturschauspiel von seltener Schönheit, welches die weite Landschaft Portuguesas in ein einzigartiges Licht taucht.
San Rafael de Onoto
Im äußersten Nordosten von Portuguesa liegt San Rafael de OnotoSan Rafael de Onoto21.500 Einwohner, 160 Meter Höhe
San Rafael de Onoto liegt im Nordosten Portuguesas, am Ostufer des Embalse Las Majaguas. Gegründet wurde der Ort im Jahr 1726 von spanischen und portugiesischen Franziskanermönchen, die hier eine Mission errichteten. Die Stadt befindet sich auf 175 Metern Höhe und wird von einem feucht-tropischen Klima geprägt; bei einem Jahresmittel von 26,5 °C liegen die durchschnittlichen Tageshöchstwerte zwischen 31 und 35 Grad.
Vom Stausee aus eröffnet sich ein weiter Blick über die sanften Ausläufer der Anden, die sich im Wasser spiegeln - ein Ort von ruhiger, fast meditativer Atmosphäre. Ein lokaler Anbieter verleiht Kanus, sodass Besucher die Stille des Wassers selbst erkunden können. Bis heute ist die Region landwirtschaftlich geprägt - der Anbau von Mais und Zuckerrohr sowie die Viehzucht bilden das wirtschaftliche Rückgrat der Gemeinde., eine kleine, beschauliche Gemeinde an den Ausläufern der Anden direkt am Embalse Las MajaguasEmbalse Las MajaguasDer 1963 erbaute Stausee Las Majaguas ist mit seiner Kapazität von 1,2 Milliarden Kubikmetern ein gewaltiges Süßwasserreservoir, das die landwirtschaftlichen Flächen der Region bewässert. Er beherbergt über 20 Inseln, die bei Niedrigwasser sichtbar werden, und bietet Platz für Bootsfahrten, Angeln und Baden. Die Artenvielfalt ist beachtlich: Wasserpflanzen wie La Bora und Wassersalat, Vögel wie Gallitos de Laguna und Königsfischer sowie Fische wie der Pavón - eine geschützte Art, die nur ab 35 Zentimetern gefangen werden darf.
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Adresse: San Rafael de Onoto, Portuguesa.. Der örtliche Parque Leonardo HernándezParque Leonardo HernándezAm Ufer des Stausees Las Majaguas liegt der Parque Leonardo Hernández, eine kleine grüne Oase, die dank des unermüdlichen Einsatzes einer Gruppe von Senioren aus dem Dornröschenschlaf erwacht ist. Der Park ist nach seinem ersten und langjährigen Wärter Leonardo Hernández benannt - sein Sohn führt das Engagement seines Vaters für den Erhalt des Geländes heute fort.
Zuvor war der Park jahrelang verwildert und dem Verfall preisgegeben. Die einst für Besucher errichteten Hütten drohten einzustürzen. Im Mai 2021 gründete sich eine Initiative bestehend aus 25 Männer und Frauen im Rentenalter, viele von ihnen ehemalige Arbeiter, die sich als „Guardianes del Parque Leonardo Hernández' organisierten. Mit viel freiwilliger Arbeit befreiten sie den Park inklusive Uferrampe von Gestrüpp - heute starten dort die Boote der Touristen.
Die Senioren arbeiten unentgeltlich und finanzieren ihre Arbeit durch den Verkauf von Suppen und anderen Speisen an Besucher. Ihr Engagement hat aus einem vergessenen Ort wieder einen lebendigen Treffpunkt für Familien und Naturliebhaber gemacht.
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Adresse: San Rafael de Onoto, Portuguesa. wurde von einer engagierten Gruppe älterer Bürger liebevoll restauriert und lädt heute zum Verweilen ein.
Nur wenige Minuten außerhalb des Ortes stürzt sich die Cascada Las TucuraguasCascada Las TucuraguasDer Wasserfall Las Tucuraguas liegt nur wenige Minuten von San Rafael de Onoto entfernt und gilt als der höchste Wasserfall in den Llanos. Ein drei Kilometer langer Wanderweg führt dorthin, der auch für weniger Geübte gut zu bewältigen ist. Auf einigen Abschnitten folgt der Pfad den Spuren der historischen Route, die Simón Bolívar einst auf dem Weg zur Schlacht von Araure nahm.
Entlang des Weges säumen mehrere natürliche Wasserbecken den Pfad und laden zum Baden ein. Der bekannteste unter ihnen ist der Pozo Azul, an dem sich ein gleichnamiges Camp befindet. Üppige Vegetation, Helikonien und zahlreiche Vogelarten begleiten den Besucher auf seinem Weg.
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Adresse: San Rafael de Onoto, Portuguesa. – der höchste Wasserfall der gesamten Llanos – in die Tiefe und bietet zugleich erfrischende Badestellen.