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Willkommen im landwirtschaftlichen Herz Venezuelas

Stand 27.08.2026

Nicht jedem Reisenden erschließt sich der Reiz dieser sonnenverbrannten Ebenen und kleinen Orte auf den ersten Blick – viele spüren vor allem die drückende Hitze und treiben zur Weiterfahrt. Doch wer sich Zeit für Abstecher abseits der Autopista nimmt, entdeckt ein ursprüngliches, weites Land mit interessanten Attraktionen. Dazu zählen die Campos de Girasoles (Blütezeit Dezember bis Februar), die jedes Jahr zehntausende inländische Besucher anziehen. Unterschätzen Sie jedoch nie die Kraft der Sonne: Reichlich Trinkwasser, Kopfbedeckung und Sonnenschutz (LSF 50+) sind hier Pflicht, keine Empfehlung.

Acarigua-Araure

400,000 Einwohner, 200 Meter Höhe

Die Acarigua-Araure ist zwar nicht die Hauptstadt Portuguesas, aber unbestritten das Wirtschaftszentrum und Herz der venezolanischen Kornkammer. Sie präsentiert sich modern und sympathisch und bietet in ihrem Umland einige interessante Sehenswürdigkeiten.

Im Zentrum von Araure beeindruckt die altehrwürdige Iglesia Nuestra Señora del Pilar, während wenige hundert Meter westlich der Plaza Bolívar von Acarigua das Museo de Arte Acarigua Araure (MAAA) mit wechselnden Ausstellungen zur Kultur der Llanos lockt. Etwas südlich erhebt sich am Kreisverkehr das monumentale La Espiga – eine Ähre aus Beton, die an die landwirtschaftliche Prägung der Region erinnert. Knapp zwei Kilometer südöstlich des Stadtrands liegt im Parque Curpa das Geburtshaus von José Antonio Páez, dem ersten Staatspräsidenten Venezuelas.


Reisepraktische Infos

An- und Abreise

Fernbus: Der Busbahnhof „Terminal de Pasajeros de Acarigua-Araure” liegt zweihundert Meter südlich des Einkaufszentrums Llano Mall. Es gibt täglich mehrere Verbindungen nach Caracas (4 – 5 Stunden), Maracaibo (6,5 – 7,5 Stunden), Valencia (2 Stunden), Barquisimeto (1,5 – 2 Stunden), Barinas (3 Stunden) und San Cristóbal (8 Stunden).

Auf der Straße: Acarigua-Araure liegt an der Troncal 5 (Autopista José Antonio Páez), die Barquisimeto im Bundesstaat Lara mit San Cristobal in Táchira verbindet und bis Barinas als Autobahn ausgebaut ist. Die Verbindung nach Valencia ist bis San Carlos als Autobahn ausgebaut, ab dort führt eine gut ausgebaute Landstraße über das Campo Carabobo nach Valencia.

Unterkünfte

Entlang der Fernstraßen aber auch im Stadtzentrum gibt es eine große Auswahl an Unterkünften verschiedenster Kategorien. Unsere Empfehlung:

Praktisch gelegen, mit Pool und Restaurant, nicht nur für die Hotel GEO Inn .

Essen und Trinken

Die Küche der Llanos ist von (Rind-) Fleisch, Käse und der allgegenwärtigen Cachapa geprägt. Unsere Empfehlungen:

Essen

Das Linda Barinas ist ein für die Region typisches Grillrestaurant.

Typische Kost serviert ebenfalls das kleine Palma Cachorra .

Hausgemachte Burger im hausgemachten Briochebrot, dazu frisch gepresste Säfte und Limonaden gibt es bei La 316 Burger

Arabische Küche in modernem Ambiente bietet das Barakas .

Das India Verana Asador ist für seine modernen Interpretationen regionaler Spezialitäten bekannt.

Zwischendurch

Im Amanecer Coffee Experience bietet eine breite Auswahl venezolanischer Kaffees und anderer Getränke, Häppchen für den kleinen Hunger.

Selbst gebackenes Brot und vegetarische Sandwiches bietet die Green Lounge

Einkaufen

Im Einkaufszentrum Llano Mall finden regelmäßig Ausstellungen lokaler Kunsthandwerker statt – mit handgefertigten Stücken aus Leder, Holz, Metall und Edelsteinen sowie Malerei und Skulpturen zu moderaten Preisen. Darüber hinaus bietet das Center das übliche Shopping-Angebot, Gastronomie und Unterhaltung.

Ein besonderer Tipp ist sind die handwerklich hergestellten Pralinen und Schokoladen von Violet Chocolates .

Ausflüge in die Umgebung

Nur wenige Kilometer nordöstlich von Araure, direkt an der Autopista in Richtung San Carlos, liegt der Parque Recreacional Los Arroyos – das größte natürliche Freibad Südamerikas.

Westlich der Stadt, in den sanften Hügeln, wartet die anspruchsvolle Wanderung zu den 7 Cascadas de Camburito. Der Weg führt entlang eines kühlen Flusses, der an mehreren Stellen zum Baden einlädt. In unmittelbarer Nähe befindet sich zudem die El Establo Ecuestre . Wer die Hügel weiter hinaufsteigt, gelangt zur Hacienda Las Taparas , wo Robusta-Kaffee bester Qualität angebaut wird.

Nordwestlich von Araure, auf der Troncal 5 in Richtung Barquisimeto, locken Los Jacuzzis de la Lucia – kleine Wasserfälle mit traumhaften Badestellen. Zur Einkehr vor oder nach einer Wanderung bietet sich El Rincón del Senderista an. Weiter entlang derselben Straße gelangt man zu den Destilerias Unidas S.A. , wo der berühmte Ron Diplomático produziert wird.


Turén

56.200 Einwohner, 90 Meter Höhe

Gut eine Stunde östlich von Acarigua-Araure liegt Turén – ein Ort, der auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, bei näherem Hinsehen jedoch Geschichten von ganz eigenem Gewicht erzählt. Wer die Zeit für einen Abstecher findet, wird mit einem Stück lebendiger Siedlungsgeschichte belohnt. Denn seit etwa 1840, in den ersten Jahrzehnten nach der Unabhängigkeit, wurden europäische Siedler – vor allem aus Deutschland und Italien – in dieses fruchtbare Land gelockt, um die Region landwirtschaftlich zu erschließen. Bis heute zeugt davon die ursprünglich deutsche Iglesia Evangélica Luterana de Turén , ein stilles Zeugnis dieser oft vergessenen Einwanderungsepoche der Colonia Agricola de Turén. Vielerorts gibt es Petroglyphen, als Zeugnisse einer noch viel älteren Besiedelung. Entlang der Flüsse, den ehemaligen Hauptverkehrsadern, finden sich vereinzelt Überbleibsel aus der Zeit der Binnenschifffahrt auf den Rutas fluviales. Wer sich hier auf Spurensuche begeben möchte, kann sich an Mauricio Knobelsdorf wenden.

Doch Turén birgt auch dunkle Erinnerungen: 1952 ereignete sich hier das Massacre de Turén, eines der grausamsten Kapitel der Militärdiktatur von Marcos Pérez Jiménez – ein Ort des Gedenkens, der die Schattenseiten venezolanischer Geschichte nicht vergessen lässt.

Ganz anders der Zauber, der alljährlich zwischen Dezember und Februar Tausende von inländischen Besuchern anzieht: Dann verwandeln die Campos de Girasoles die Felder rund um Turén in ein leuchtend gelbes Blütenmeer – ein Naturschauspiel von seltener Schönheit, welches die weite Landschaft Portuguesas in ein einzigartiges Licht taucht.


San Rafael de Onoto

Im äußersten Nordosten von Portuguesa liegt San Rafael de Onoto, eine kleine, beschauliche Gemeinde an den Ausläufern der Anden direkt am Embalse Las Majaguas. Der örtliche Parque Leonardo Hernández wurde von einer engagierten Gruppe älterer Bürger liebevoll restauriert und lädt heute zum Verweilen ein.

Nur wenige Minuten außerhalb des Ortes stürzt sich die Cascada Las Tucuraguas – der höchste Wasserfall der gesamten Llanos – in die Tiefe und bietet zugleich erfrischende Badestellen.